Nach der Shunt-Operation

Die meisten Träger eines Shunt-Systems sind in ihren Aktivitäten des täglichen Lebens nicht eingeschränkt. Ausgenommen sind jene Aktivitäten, die mit einer erheblichen körperlichen Anstrengung einhergehen oder bei denen man Schläge oder Stöße gegen den Kopf riskiert. Ihr Arzt bespricht mit Ihnen alle eventuellen Einschränkungen, die in Ihrem Fall angebracht sein könnten.

Da der Hydrocephalus eine Erkrankung ist, die weiterbesteht, müssen Sie langfristig in regelmäßigen Abständen Nachsorge-Termine bei Ihrem Neurochirurgen wahrnehmen. Manchmal müssen am Shunt-System auch Änderungen vorgenommen werden. Bei einer solchen „Revision“ wird das Shunt-System komplikationsbedingt oder wegen Änderungen im Gesundheitszustand des Patienten modifiziert, repariert oder ausgetauscht.

Nach einer Shunt-Anlage sind regelmäßige Nachsorge-Termine beim Arzt notwendig.

Durch regelmäßige Nachsorge kann der Neurochirurg eventuelle Hinweise auf mögliche Shunt-Störungen oder andere Probleme frühzeitig erkennen. Patienten und ihre Familienmitglieder sollten sich mit Anzeichen verschiedener Shunt-Komplikationen und einer Shunt-Fehlfunktion vertraut machen und sofort einen Arzt aufsuchen, wenn die Anzeichen auftreten. Manchmal muss der Arzt zur Linderung der Symptomatik die eingestellte Druckstufe ändern.

Mögliche Komplikationen eines Shunts

Dank moderner Materialien und Ventile kommt es heute weniger häufig zu Komplikationen als in früheren Jahren. Wenn Komplikationen auftreten, sind sie behandelbar und verursachen nur selten bleibende Schäden. Die wichtigsten Shunt-Komplikationen sind Verschluss, Infektion und Überdrainage.

Verschluss: Eine Shunt-Fehlfunktion wird meist durch einen Komplett- oder Teilverschluss des Systems verursacht. Der Verschluss kann an jeder Stelle im Schlauch oder Ventil auftreten und behindert den korrekten Abfluss des Liquors. Wird dies nicht behoben, treten die ursprünglichen Symptome des Hydrocephalus wieder auf.

Infektion: Eine Shunt-Infektion wird meist durch körpereigene Bakterien des Patienten verursacht und nicht durch die Keime anderer Menschen. Der Verdacht auf eine Infektion stellt sich immer dann, wenn der Shunt- Verlauf oder die Wunden ungewöhnlich gerötet oder geschwollen sind.

Überdrainage: Dieser Zustand wird durch eine übermäßige Ableitung des Liquors aus den Ventrikeln (Hirnkammern) hervorgerufen. Dadurch können die Ventrikel soweit schrumpfen, dass sich das Gehirn von der Schädelhaut ablöst. Dies wiederum kann zu Blutungen führen, die dann chirurgisch versorgt werden müssen.

Häufigkeit einiger Shunt-Komplikationen beim Hydrocephalus
Häufigkeit einiger Shunt-Komplikationen (nach [1])

Weitere Komplikationen, die zu einer Shunt-Fehlfunktion führen, sind beispielsweise Unterdrainage, Schlauchablösung (Diskonnektion) und mechanisches Ventilversagen. Bei einer Shunt-Fehlfunktion können die ursprünglichen Symptome des Hydrocephalus und andere Beschwerden auftreten.

Mögliche Anzeichen sind z. B.:

  • Inkontinenz
  • Demenz
  • Kopfschmerzen
  • Sehstörungen
  • Reizbarkeit und/oder Müdigkeit
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Koordinations- oder Gleichgewichtsverlust und/oder
  • magnetischer Gang
  • Krampfanfälle (sehr selten)
  • Schwierigkeiten aufzuwachen oder wach zu bleiben
  • Schwellung oder Rötung im Shunt-Verlauf (selten)

Diese Liste der Symptome dient nur als Anhalt und darf nicht als diagnostische Hilfe betrachtet werden. Bei Zweifeln an Ihrem Gesundheitszustand sollten Sie umgehend Ihren behandelnden Arzt aufsuchen.

Quellen
[1] Kiefer M, Unterberg A: Differenzialdiagnose und Therapie des Normaldruckhydrozephalus. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(1–2): 15–26.
[2] Patientenbroschüre „Grundverständnis Hydrocephalus“.