Symptome des Normaldruckhydrocephalus (NPH): Gangstörung

Gangstörung beim NPH
Die Gangstörung beim Altershirndruck führt oft auch zu Stürzen

Gangstörungen kommen bei älteren Menschen häufig vor. Sie gehen mit einer Einschränkung der Mobilität und Lebensqualität sowie mit der Gefahr von Stürzen einher. Etwa 15 % aller über 60-Jährigen haben eine Gangstörung [1]. Da es eine Vielzahl von möglichen Ursachen für Gangstörungen gibt, ist oftmals eine genaue Untersuchung durch den Neurologen (Nervenarzt) erforderlich.

Fast alle Patienten mit Normaldruckhydrocephalus entwickeln eine Gangstörung [2—4]. Sie ist oft das erste Symptom, das sie bemerken [3]. Dabei ist ein breitbeiniges, kleinschrittiges, tippelndes Gangbild sehr typisch. Das Gangmuster kann verwandten Erkrankungen wie z. B. dem Parkinsonsyndrom oder chronischen Hirndurchblutungsstörungen zum Verwechseln ähneln.

Von den Betroffenen werden Gangstörungen häufig als Schwindel, Gleichgewichtsstörung, Benommenheitsgefühl, Schwäche oder auch Schmerzen beschrieben. Ein wichtiges Zeichen für die Gangstörung sind Stürze.

Wenn Sie dem Arzt über Beginn und Verlauf Ihrer Gangstörung berichten, ist auch die zeitliche Entwicklung eine wichtige Information. Sie hilft, mögliche Ursachen für die Gangstörung einzugrenzen: Beim Altershirndruck entwickeln sich die Beschwerden allmählich über Wochen bis Monate. Bei einem Schlaganfall treten die Veränderungen hingegen plötzlich ein.

Quellen
[1] Jahn K et. al: Gangstörungen im Alter. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(17): 306–16.
[2] WH Paulus et al.: Normaldruckhydrocephalus. Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, 4., überarbeitete Auflage, Thieme Verlag 2008.
[3] Kiefer M, Unterberg A: Differenzialdiagnose und Therapie des Normaldruckhydrozephalus. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(1–2): 15–26.
[4] Krauss JK, von Stuckrad-Barre SF: Clinical aspects and biology of normal pressure hydrocephalus. Handb Clin Neurol 2008; 89: 887–902.